Donnerstagsforum – 1. Protokoll vom 03.12.2009

Anwesende: Marin, Martina, Hank, Lisa, Kerstin, Carmen, Axel, Johanna, Valentin, Alexandra

Organisatorisches:

Valentin kann bis nächste Woche auf biwiwiki.org einen Teilbereich für das Donnerstagsforum einrichten, wo wir dann auch Dateien hochladen können. Dort können dann jeweils die Protokolle nachgelesen werden und Texte zur Bearbeitung können hochgeladen werden. Der Text von Martina und Martin zum Input wird ebenfalls dort abgelegt. Jeder bekommt ein Login. Hank verlinkt dann biwi.cc zur biwiwiki.org Johanna schlägt eine Vernetzung mit dem ILS vor, auch auf der Homepage biwi.cc – Hank wird das übernehmen.

Als nächster Termin wird der Donnerstag, 17.12.2009, 13:30 Thema Foucault (aus Nora Sternfeld) Carmen wird einen Raum reservieren.

Carmen wird das Buch nochmals neu scannen, da die vorhandene Version kaum leserlich ist. Mitte nächster Woche wird eine Email an alle ausgeschickt, wohin die Datei gespeichert wurde.

Input zu Antonio Gramsci von Martina und Martin – Text online

Diskussion / Fragen:

„KeineUni“ gibt es noch – es gibt auch eine Homepage. Frage: Wie konnten Hausfrauen / -männer „andocken“? – nicht ganz klar. Es gab Lesungen in Straßenbahnen und Cafés. Taucher berichtete, dass das Projekt mit der Zeit problematisch wurde, die Studierenden haben sich wieder zurückgezogen und mehr untereinander gearbeitet, dies lag auch daran, dass es Probleme gab, wenn der Erfahrungshorizont allzu unterschiedlich war. Es sei eben einfach in einer homogeneren Gruppe. Auf Dauer eine derartige Vernetzung nach außen aufrecht zu erhalten, war schwierig. Die Universität „von unten“ richtete sich klar gegen eine schwarz-blaue Regierung. Valentin: In Schweden gibt es ein Projekt namens Volksuni, das ähnlich konzipiert ist, Überlegung auch die Kritische Uni nach außen zu tragen?

Frage nach dem Pädagogischen Unverhältnis: In Bildung ist immer auch das Potential zur Herrschaft angelegt. Bildung kann sowohl Herrschaft unterstützen und reproduzieren als auch gegen Herrschaft gerichtet sein. Nach Gramsci kann und soll sie zur Befreiung genützt werden.

KeineUni – kulturelles Feld bei Gramsci Die „Linken“ vernachlässigen kulturelles Feld, während sich die „Rechten“ das kulturelle Feld stark vereinnahmen. Martina: Gramsci ist auch in Dienst nehmbar, wenn man bestimmte Aspekte ausklammert. Sie verweist auf ein Buch zu FPÖ und Gramsci. Carmen: Vielleicht sollte man berücksichtigen, dass Gramsci im Gefängnis geschrieben hat. Martina: Eigentlich ist klar erkennbar, was er meinte. Allerdings lässt sich der Ansatz sehr gut vereinnahmen, wenn man die linke Orientierung ausklammert. Seine Annahme war: Sobald du reflektierst, kannst du nur links denken.

Alexandra: Warum entsteht laut Gramsci durch Bildung Solidarität? Antwort: Wenn dich dasselbe bedroht, dann vereint man sich dagegen. Annahme: Wenn ich so etwas erlebt habe, dann werde ich tätig werden, damit es anderen nicht so geht wie mir. Probleme damals homogener, trotzdem gibt es auch heute Probleme, die eine ziemlich breite Masse betreffen (zB. Neoliberalismus).

Hank: So macht es eigentlich auch Bourdieu: Er sagt, es ist notwendig, ein historisches Bewusstsein zu schaffen. Im selben Milieu ist man ähnlichen Problemen ausgesetzt. Das bietet gleichzeitig die Chance, gemeinsam dagegen anzugehen. Frage: Sind Studierendenproteste heute eher interessensgebunden? Antwort: Nein, auch da bestimmt Klasse, Schicht, Herkunft. Man muss erst einmal die Möglichkeit haben, im Sowimax teilzunehmen. Arbeitende Studierende können nicht immer dabei sein. Da beginnt das Problem aber viel früher. Diesbezüglich ist das gesamte Bildungssystem problematisch, der Skandal ist, dass man es auch noch weiß! Martina bringt das Beispiel aus Schweden, wo ca. 80% der Bevölkerung einen Abitur-Abschluss haben. Kerstin entgegnet, dass es in Schweden dafür starke Selektionskriterien für den Uni-Zugang gibt. Ob man in Schweden studieren darf oder nicht ähnelt einem Glücksspiel.

Diskussion zu einem möglichen selbstverwalteten Seminar im Rahmen der Kritischen Uni.


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